TP7: Technische und mobile Infrastrukturen

Aus der grundlegenden Zielsetzung, einen intelligenten, multimodalen Zugang zum Semantischen Web in unterschiedlichen mobilen Kontexten und mit verschiedenartigen Endgeräten verfügbar zu machen, ergibt sich ein komplex strukturiertes Gesamtsystem. Einen wichtigen Teilaspekt der hierfür notwendigen technischen und mobilen Infrastrukturen bildet die Entwicklung und Bereitstellung geeigneter Softwarearchitekturen, die es in flexibler Weise erlauben, die gewünschte Anwendungsfunktionalität zumindest in eingeschränkter Form lokal auf dem ressourcenbeschränkten Endgerät verfügbar zu machen und darüber hinaus weitere, leistungsfähigere Verarbeitungskomponenten über das Netzwerk verteilt bereitzustellen. Darüber hinaus muß der Architekturansatz so breit angelegt werden, dass er prinzipiell auch Erweiterungsmöglichkeiten zur Ad-hoc-Vernetzung und für die Informationsbereitstellung auf der Basis von m:n-Kommunikation mit abdecken kann.

Im Rahmen dieses Arbeitspaketes werden Lösungen erarbeitet, die eine Integration flexibel konfigurierbarer Endgeräte- und Serverkomponenten erlauben und damit insbesondere auch eine offene und skalierbare Architektur für das Gesamtssystem ermöglichen.


Für die Entwicklung und die Durchführung von Test muss den Entwicklern der Zugang zu Contentdiensten (inbesondere der WM-2006) zur Verfügung gestellt werden.

Die Deutsche Telekom stellt die Testumgebung für den UMTS Zugang (als Insel-Lösung) verschiedener Informationsdienste zur Verfügung.

Die Herausforderung für zukünftige mobile Services besteht in der Integration der vielzähligen Technologien, Akteuren und End-Nutzern. Die gleichzeitige, multimodale Nutzung heterogener Netztechnologien in dem persönlichen Umfeld des Nutzers kann zu einem großen Maße den Aufwand für die Benutzung dieser Technologien reduzieren und somit die Kundenzufriedenheit steigern. Der Mehrwert mobiler Informationsdienste im Umkreis des "Body Area Network" trägt dabei entscheidend zur nachhaltigen Akzeptanz moderner Informationsdienste bei. Neue multimodale Anwendungen für das mobile Umfeld gestatten es dem Benutzer so das Gefühl zu vermitteln: "always connected in the best way".

Das Roaming zwischen unterschiedlichen mobilen Breitbandnetzen, das vertikale Handover, stellt zur Zeit eine große technische Herausforderung dar. Die verschiedenen Netztechnologien mit ihren unterschiedlichen Übertragungskapazitäten, Reichweiten und anderen Charakteristika werden dabei jedoch oftmals nicht optimal genutzt. So findet ein Roaming z.B. im Mobilfunkbereich nur innerhalb eines Systems, also horizontal, statt.

Je nach Einsatzbereich und Dienstspektrum ist es wünschenswert orts- bzw. zeitbasiert zwischen den jeweils zur Verfügung stehenden Netzen eine gezielte Auswahl zu treffen, um eine optimale Dienstqualität bereitzustellen. Je nach Anforderung der Anwendungen oder Kostengesichtspunkten können Wechsel zwischen verbindungsorientierten und broadcastbasierten Netzwerktechnologien erfolgen. Um die Mobilität der Nutzer zu unterstützen, wird ein dynamisches Roaming zwischen unterschiedlichen Technologien benötigt.

Zur gleichzeitigen und kostengünstigen Erreichung einer sehr großen Anzahl von Nutzern z.B. in Ballungsgebieten sind Broadcast-Dienste anerkanntermaßen die kostengünstigsten, aktuellsten und effizientesten Technologien. Der bei dieser Technologie fehlende Rückkanal kann im Bedarfsfall über ein anderes Medium z.B. WLAN-Hotspot bereitgestellt werden.

Die mobile breitbandige Netzanbindung unter Ausnutzung der unterschiedlichen Charakteristika der örtlich oder zeitlich verfügbaren Technologien, insbesondere broadcastbasierter Techniken, ermöglicht eine optimale Adaption der Anwendungen an den jeweiligen Kontext. Idealerweise sollten dabei alle Netz- und Dienstwechsel der Anwendungen für den Nutzer nicht sichtbar sein. Das Roaming von verbindungsorientierten zu broadcastorientierten Netzen erfordert adaptive und insbesondere vorausschauende Informationsgewinnung und -verteilung, um dem Nutzer je nach Kontext die qualitativ höchste Dienstqualität bereitzustellen. Eine Verlagerung von semantischer Extraktionsfunktionalität in die Netzinfrastruktur bzw. in die Datenaufbereitung von Broadcastsystemen ist hierzu anzustreben.





© Webmaster
Last modified: Wed Mar 2 11:50:40 CET